Das Konzept der Solidarität: Handlungstheoretische by Ulf Tranow

By Ulf Tranow

Solidarität gehört zu den Schlüsselbegriffen soziologischen Denkens und ist ein zentrales Thema in unterschiedlichen Forschungsbereichen der Soziologie. Trotz der Prominenz des Themas ist das Konzept der Solidarität allerdings äußerst unscharf: Worum es sich bei Solidarität genau handelt und was once ihre Grundlagen sind, ist nicht hinreichend geklärt. Ulf Tranow leistet einen Beitrag, der soziologischen Solidaritätsdebatte ein begriffliches und konzeptionelles Fundament zu verschaffen. In Auseinandersetzung mit handlungstheoretischen Grundsatzfragen entwickelt der Autor ein Solidaritätskonzept, das theoretisch gehaltvoll ist und eine substanzielle Grundlage für die empirische Solidaritätsforschung bietet.

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2 Drei analytische Perspektiven 45 normbindung sind. Je nach dem zugrunde gelegten handlungstheoretischen Ansatz können sehr unterschiedliche Aspekte in den Fokus der Analyse geraten. Wird im Sinne der klassischen soziologischen Rollentheorie ein solidarisches Handeln auf Norminternalisierung zurückgeführt, geraten zuvorderst Sozialisationsfaktoren in den analytischen Fokus. Wird in der Tradition des RationalChoice-Paradigmas ein solidarisches Handeln interessenbasiert erklärt, rücken vor allem Ressourcen und Restriktionen in den Mittelpunkt der Analyse.

Wie stellen sich Solidarnormen vor dem Hintergrund dieses Normbegriffs dar? Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei Solidarnormen um Verhaltensnormen28 handelt, die den Willen eines Solidarnormgebers zum Ausdruck bringen, dass bestimmte Adressaten ein Opfer auf sich nehmen sollen. Dieses Opfer werde ich mit Hechter (1987) als einen kompensationslosen Transfer privater Ressourcen spezifizieren. Bei den privaten Ressourcen kann es sich sowohl um materielle Güter (etwa Geld) als auch um Leistungen (etwa Aufmerksamkeit, Körperkraft) handeln.

Diese drückt sich darin aus, dass sich ein Akteur zu einer Normbefolgung verpflichtet fühlt und dieses Verpflichtungsgefühl der primäre Grund dafür ist, dass er eine Norm regelmäßig befolgt. Aus einer entscheidungstheoretischen Perspektive drückt sich eine solche Normbindung darin aus, dass ein Akteur für bestimmte Entscheidungssituationen auf eine Normbefolgung festgelegt ist und nicht in jeder einzelnen dieser Entscheidungssituationen aufs 16 Der kritische Aspekt von Harts internem Standpunkt darf dabei aber keineswegs als Distanz zu einer Norm missverstanden werden, sondern im Gegenteil als Ausdruck der Identifikation.

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